Am 26. April findet die erste Lesung der Reihe ‚Literatur in Weißensee‘ in 2015 statt. Dann begrüßt Alexander Graeff die Berliner Lyrikerin Anna Hetzer zu einem Gespräch und Lesung zum Thema ‚Räume‘ im Roten Salon der Brotfabrik. Heute möchten wir Alexander Graeff als Weißenseer Persönlichkeit einmal näher beleuchten.

Die Lesereihe ‚Literatur in Weißensee‘ startet in diesem Monat in ihr drittes Jahr. Von Beginn an steht Alexander Graeff hinter dem Projekt. Und er ist auch genau der Richtige für diesen Job, denn er ist selbst Schriftsteller. Zuletzt erschien 2014 sein Erzählband ‚Kebehsenuf‘ im Berliner Verlagshaus J. Frank. Einmal im Monat begrüßt er im urigen Roten Salon in der Brotfabrik Schriftsteller aller Couleur. Dass die Lesereihe ausgerechnet an der Spitze von Weißensee ihren Platz gefunden hat, ist für Alexander ganz klar. „Ich wollte das literarische Leben in Weißensee wieder ankurbeln“, erzählt der gebürtige Bad Kreuznacher, „Weißensee war immer schon für seine Literatur und vor allem für seine Literaten bekannt. ‚Literatur in Weißensee‘ ist der Versuch, Literatur wieder zurückzuholen in unseren schönen Ortsteil. Denn sie gehört hierher.“ Damit hat der studierte Philosoph Recht.

‚Literatur in Weißensee‘ belebt Tradition neu

In der Berliner Allee war Bertolt Brecht zu Hause, in der Woelckpromenade lebte Wieland Herzfelde, Schriftsteller und Gründer des Malik-Verlages. Auch heute ist Weißensee neben seiner langen Kino- und Filmtradition vor allem literarisch geprägt. Als traditionelle Kultureinrichtung verschrieb sich auch die Brotfabrik bis in die 1990er-Jahre der Literatur mit einem festen Programm, „was später leider verlorengegangen ist“, so Alexander. Deshalb hat er sich im Jahr 2013 dem Literatur-Programm in der Brotfabrik angenommen. Zu seinem Tätigkeitsfeld gehört neben seinem Schriftstellerdasein auch die Arbeit als Dozent für Ästhetik, Ethik und Pädagogik in Berlin und Potsdam. Er studierte Wirtschafts-, Ingenieur-, Erziehungswissenschaften und Philosophie in Karlsruhe und Berlin, 2012 folgte die Promotion bei Prof. Heinz-Elmar Tenorth an der HU Berlin.

Leben am unaufgeregten ‚place to be‘

Reimen kann Alexander auch: „Berliner Allee, direkt gegenüber vom See“, so beschreibt er seine Weißenseer Bleibe. Von hier hat er es nicht weit zu seinen beiden Lieblingsplätzen rund um den Kiez: die Brotfabrik auf der einen Seite, der Oranke- und Obersee zum Joggen auf der anderen Seite. An Weißensee schätzt er „das Grüne, das Wasser, die Menschen, die Geschichte“, so Alexander. Vor zehn Jahren mochte er auch noch den nahen Prenzlauer Berg, heute ist dort seiner Meinung nach alles anders. Deshalb mag er an Weißensee das „Abgerücktsein von einem hochnäsigen Prenzlauer Berg.“ Mit ‚Literatur in Weißensee‘ will er natürlich auch die Menschen außerhalb von Weißensee erreichen, aber eben mit dem bewährten, unaufgeregten Lesungskonzept. Hier zählt Inhalt, keine Bühnen-
Performance. Die Besucher nehmen die Autoren- und Programmauswahl gut an, weshalb Alexander zu seinem größten Glück nur weitere Förderer der Lesereihe fehlen. Wie auch Sepp Maiers 2raumwohnung erhält ‚Literatur in Weißensee‘ im Jahr 2015 keine Förderung vom Bezirksamt Pankow für 2015, weshalb er sich über Sponsoren freut.
Frollein Weißensee informiert auch in diesem Jahr über alle anstehenden Lesungen.

Alexander Graeff im Internet

literatur-in-weissensee.blogspot.de

alexander-graeff.blogspot.de

Alexander Graeff in Weißensee

»Literatur in Weißensee, vol. 3«
im Roten Salon der Brotfabrik Berlin
Caligariplatz 1, 13086 Berlin
Lesungsbeginn immer 19:30 Uhr.

In der Rubrik “Nebenan am See” wird jede Woche ein herausragendes Geschäft, Projekt oder eine Person aus Weißensee vorgestellt.