Am 18. September finden die Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin und zu den Bezirksverordnetenversammlungen statt. Das Frollein fragte sich, wer eigentlich in Weißensee zur Wahl steht. Eine Recherche später waren alle Kandidaten gefunden und hier sollen sie nun in den kommenden Tagen vorgestellt werden. Alle beantworten dieselben fünf Fragen, alle Antworten werden original wiedergegeben. Der heutige Kandidat: Florian Swyter.

Wie soll es anders sein, auch er ist kein gebürtiger Berliner. Es hat den Juristen aus Darmstadt herverschlagen, ihn rettet nur eine Ehe mit einer waschechten Prenzl’bergerin und zwei Kinder, die in Berlin das Licht der Welt erblickten. Am kommenden Sonntag kann man den FDP-Kandidaten im Wahlkreis 7 (Prenzlauer Promenade, Am Steinberg, Pistoriusstraße, Berliner Allee, Greifswalder Straße) wählen. Er ist übrigens der zweite Kandidat, der eine U-Bahn für die Berliner Allee anvisiert.

1. Was ist Ihr Lieblingsort in Weißensee?

Mein Lieblingsort hier ist der Namensgeber unseres Kietzes, der Weißensee. Ich mag diesen „Stadtsee“, der zu jeder Jahreszeit ein anderes Gesicht zeigt. Im Sommer dort baden, im Herbst spazieren gehen und im Winter dort schlitten fahren und – wenns geht – auf dem Eis laufen, finde ich einfach herrlich.

2. Was verbinden Sie mit Weißensee?

Ich verbinde damit einen Kietz, der in Berlin unverwechselbar ist, auch wenn er außerhalb Berlins nicht so bekannt ist, wie z.B. Prenzlauer Berg. Die Lebensqualität in Weißensee ist hoch, wegen der guten Verkehrsanbindung, den vielen Parks und der vergleichsweise weniger dichten Bebauung. Und Weißensee ist städtebaulich abwechslungsreich, wobei der jüdische Friedhof ohne Zweifel für mich ein Höhepunkt ist.

3. Weißensee wird immer mehr ein beliebter Wohnort. Die Mieten steigen und es werden schnell Eigentumswohnungen hochgezogen. Alteingesessene fühlen sich überrumpelt und können sich die Mieten nicht mehr leisten. Wie möchten Sie diese Situation in Zukunft entspannen?

Zunächst ist es ja erfreulich, dass Weißensee so beliebt ist. Dies führt aber auch zu höherer Nachfrage und steigenden Mieten. Der Anstieg der Mieten lässt sich nur durch mehr Wohnraum bremsen, daher spreche ich mich für zügigere Genehmigungen und für mehr Wohnungen aus. Dabei lässt sich privater Wohnungsbau durch Genossenschaften und Vorgaben für Investoren auch sozial ausgewogen gestalten. Natürlich muss das maßvoll geschehen, nicht jede Fläche ist für Wohnungsbau geeignet. Und vor allem muss die Infrastruktur, also Verkehrsanbindung, Schulen, Kita und Sportgelegenheiten mitwachsen und entsprechend geplant werden. Flächen für mehr Wohnraum sind in Weißensee durchaus noch vorhanden. Deshalb setzen wir uns für ein professionelleres Immobilienmanagement des Landes und des Bezirks ein.

4. Flaniermeile oder Zubringerstraße: Was soll Ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren mit der Berliner Allee passieren?

Die Berliner Allee ist für meine Famlie und mich eine sehr praktische Einkaufsstraße, in der wir fast alles bekommen, was wir so brauchen. Zugleich ist sie eine wichtige Verkehrsachse und wird es wohl auch bleiben. Die Berliner Allee könnte aber entlastet werden, wenn unter ihr eine U-Bahnlinie von Hohenschönhausen bis zum Alexanderplatz verlaufen würde („U-10“). Dies würde den Tramverkehr entlasten und auch ein Teil der Autofahrer würde bei einer besseren Anbindung umsteigen. Dann ergäbe sich auch Raum, um die Berliner Allee attraktiver und für Radfahrer sicherer zu gestalten. Hierfür setzt sich die FDP seit Jahren ein.

5. Warum sollen die Bürger Sie wählen?

Weil ich mich dafür einsetzen werde, dass in Berlin die Zahl der Wohnungen steigt, Schulen, Hochschulen sowie Infrastruktur auf Vordermann gebracht werden und insbesondere die Berliner Verwaltung erheblich verbessert wird. Hierfür werde ich mich mit meiner wirtschafts- und personalpolitischen Berufserfahrung stark machen.