Am 18. September finden die Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin und zu den Bezirksverordnetenversammlungen statt. Das Frollein fragte sich, wer eigentlich in Weißensee zur Wahl steht. Eine Recherche später waren alle Kandidaten gefunden und hier sollen sie nun in den kommenden Tagen vorgestellt werden. Alle beantworten dieselben fünf Fragen, alle Antworten werden original wiedergegeben. Der heutige Kandidat: David Paul.

Ja, der David. Man muss ihn dutzen. Erstens ist er im Gegensatz zu Herrn Schrecker tatsächlich erst zarte 27 Jahre alt und dann hat er noch dieses sympathische Foto mit dem sympathischen Lächeln. Erst ist ganz sicher der Justin Bieber dieses Kiez-Wahlkampfs, soviel sei verraten. Da passt es irgendwie gar nicht, dass er für die CDU ins Rennen geht. Obwohl. Man denke an Herrn Stettners Wahlkampffoto. Der Fotograf hat wirklich seine Linie! Was den Herrn Paul noch auszeichnet: Erst ist tatsächlich in Berlin geboren und ganz bodenständig als Bankkaufmann tätig. Wie meine Kinder ist er in der Maria-Heimsuchung geboren und verbrachte seine „ersten Lebensjahre im Kindergarten „Villa Seegarten“ in Weißensee. Mehr Weißensee geht ja kaum! Ansonsten beschreibt er sich als „Heimatverbunden, Hobbysportler und leidenschaftlichen Koch“. So. Wer nun kein Problem damit hat, dass David Paul am 18. September für die CDU antritt, der kann ihn im Wahlkreis 9 (Greifswalder Straße, Berliner Allee, Indira-Gandhi-Straße) wählen.

1. Was ist Ihr Lieblingsort in Weißensee?

Der Solonplatz.

2. Was verbinden Sie mit Weißensee?

Mit Weißensee verbinde ich vor allem viele Erinnerungen an meine Kindheit. Ich bin hier zum Kindergarten gegangen, habe viele Jahre meines Lebens in Weißensee verbracht und besuche heute noch regelmäßig meine Großeltern in der Gustav-Adolf-Straße oder meine Eltern in ihrem Kleingarten in Weißensee.

3. Weißensee wird immer mehr ein beliebter Wohnort. Die Mieten steigen und es werden schnell Eigentumswohnungen hochgezogen. Alteingesessene fühlen sich überrumpelt und können sich die Mieten nicht mehr leisten. Wie möchten Sie diese Situation in Zukunft entspannen?

Weißensee ist ein wunderschönes Fleckchen Erde. Das sehe nicht nur ich so, das finden andere Alteingesessene sowie offensichtlich auch die Zugezogenen. Ich freue mich, dass die Kieze meiner Kindheit so beliebt sind, weil ich selber so gern hier bin. Wer kann den Leuten also verdenken, gern in Weißensee wohnen zu wollen? Aber weil Weißensee so beliebt ist, brauchen wir gute Lösungen für die Mieten-Problematik – vor allem im Sinne der Alteingesessenen. Ich finde es gut, wenn Lösungen gefunden werden, damit Mieten für jahrelange Bestandsmieter nicht einfach so unverhältnismäßig angehoben werden können. Außerdem ist eines ganz logisch: Damit Mieten bezahlbar bleiben, gibt es am Ende nur ein einziges wirkungsvolles Insturment: mehr Angebot an Wohnraum.

4. Flaniermeile oder Zubringerstraße: Was soll Ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren mit der Berliner Allee passieren?

Viele Anwohner sind enttäuscht über den heutigen Zustand der Berliner Allee. Das bin ich auch. Ich habe schöne Erinnerungen im Hinterkopf, wie ich als Kind und Jugendlicher mit meinen Eltern und Großeltern dort unterwegs war. Aber natürlich ist die Berliner Allee auch eine wichtige Verkehrsachse, vor allem für Berufspendler aus den umgrenzenden Gebieten. Daher kann es für mich hier kein entweder-oder geben. Ich bin für eine Stärkung des Einzelhandels auf der Berliner Allee, ebenso wie für ein Vernünftiges Verkehrskonzept für das Gebiet.

5. Warum sollen die Bürger Sie wählen?

Ich bin bereit, mit Herzblut, Leidenschaft und Verstand für die Belange der Menschen in unseren Kiezen zu kämpfen – notfalls gegen jeden Widerstand. Mir geht es um Inhalte, nicht um Parteipolitik. Und ich bin ein Kind dieses Bezirks. Geboren in Pankow, aufgewachsen in Weißensee, wohnhaft in Prenzlauer Berg. Ich kenne jeden Stein, jeden Baum und jeden Park in den Kiezen meines Wahlkreises und würde mich unglaublich freuen, für die Anliegen hier im Berliner Abgeordnetenhaus einstehen zu dürfen.