Am 18. September finden die Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin und zu den Bezirksverordnetenversammlungen statt. Das Frollein fragte sich, wer eigentlich in Weißensee zur Wahl steht. Eine Recherche später waren alle Kandidaten gefunden und hier sollen sie nun in den kommenden Tagen vorgestellt werden. Alle beantworten dieselben fünf Fragen, alle Antworten werden original wiedergegeben. Der heutige Kandidat: Jan Schrecker. 

Herr Schrecker ist eher einer von den jüngeren Kandidaten dieser Wahl und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der bei den Piraten gelandet ist. Zarte 36 Jahre alt (das neue 26, ganz sicher), hat es ihn wie so viele von NRW in den Prenzl’berg verschlagen.

Interessant ist sein beruflicher Werdegang: Er hat sich vom Pflegehelfer („(…) in Dortmund in der Krankenpflege und im Drogenkonsumraum tätig gewesen“ – haha.) zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten gemausert. Seit 2012 ist er in der Piratenfraktion Berlin Sekretär der Landtagsabgeordneten Christopher Lauer und Pavel Mayer. So geht’s halt. Am kommenden Sonntag kann man ihn im Wahlkreis 4 (Weißensee-Nord, Stadtrandsiedlung Malchow) wählen.

1. Was ist Ihr Lieblingsort in Weißensee?

Der Weißensee selbst. Am Milchhäuschen. Parkstr. und Schönstr.

2. Was verbinden Sie mit Weißensee?

Ein Freund von mir wohnt in der Gäbler Str., deshalb bin ich gerne mal in der KGA freies Land oder KGA Frieden unterwegs. Deshalb erinnere ich mich an viele entspannte Tage in Weißensee.

3. Weißensee wird immer mehr ein beliebter Wohnort. Die Mieten steigen und es werden schnell Eigentumswohnungen hochgezogen. Alteingesessene fühlen sich überrumpelt und können sich die Mieten nicht mehr leisten. Wie möchten Sie diese Situation in Zukunft entspannen?

Auch für Weißensee müssen wir Überlegungen treffen, welche Stadtgebiete unter den Milieuschutz zu stellen sind. Deshalb sollten auch hier Gutachten in Auftrag gegeben werden in welcher Region von Weißensee die Ausweisung eines Milieuschutzgebietes Sinn machen würden und einen hohen Effekt hätten. Die Ausweisung von Milieuschutzgebieten sind auf bezirklicher ebene das beste Mittel Gentrifizierung zu begegnen. Andere Mittel haben wir in der Kommunalpolitik leider nicht. Die in Weißensee ansässigen Landeswohnungsgesellschaften müssen gestärkt werden und Wohnungsgenossenschaften sind zu fördern.

4. Flaniermeile oder Zubringerstraße: Was soll Ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren mit der Berliner Allee passieren?

Zu aller erst, muss auf der Berliner Alle ein ordentlicher Radverkehr ermöglicht werden. Da die Straßenbreite mit der Straßenbahn in der Mitte schon zu gering ist für eine zweispurige Ausfahrtstraße wäre zu überlegen eine Autospur als Radweg auszubauen.

5. Warum sollen die Bürger Sie wählen?

Ich habe mich in der letzten Legislatur viel mit sozialen Themen und Transparenz von bezirklichen Beiräten beschäftigt. Wir haben hier auch schon eine Menge erreicht. Die Protokolle von vielen Beiräten sind jetzt öffentlich. Die Mitglieder der Beiräte und wo und wann sie Tagen ist in vielen Teilen auf der Internetseite des Bezirksamtes zu finden.
Jedoch gibt es auch immer noch Probleme, nicht alle Beiräte sind der Transparenz so zugetan und manche wie der Gemeindepsychiatrieverbund möchten lieber keine Selbstbetroffenen in ihrem Gremium haben. Die Beiräte des JobCenters tagen alle geheim. Das muss sich ändern. Wir wollen eine Internetseite aufbauen, wo alle Bebauungspläne
und Bauvorhaben hinterlegt sind und durch eine Suchmaske und Eingabe der Straße, Hauser. und Postleitzahl jede(r) Bürger*in herausfinden kann, was bei ihm/ihr vor der Haustür passiert. Erst wenn Menschen die Informationen haben können Sie auch Selbstbestimmt mitentscheiden. Wir wollen ein bezirkliches online Abstimmungsintrument schaffen, in dem jede/r Bürger*in die Möglichkeit der Mitbestimmung gegeben wird.