Wie sich verorten in dieser Welt? – eine Kernfrage (nicht nur) dieses Lyrik-Abends: »Diese Gegenwart ist hausgemacht«, heißt es in einem der Gedichte von Kenah Cusanit aus ihrem neuen Band »Chronographe Chorologien I«, einer Art Zeitmaschine, worin eigensinnige Stimmen aus verschiedensten Vergangenheiten hörbar werden und in »Formen unregistrierter Poesie« ins Gespräch treten. Spaziergänge in Straßen und Ideen gleichermaßen sind die neuen Gedichte von Carsten Zimmermann, Wanderungen »am hellen rand«, wie sein neuer Gedichtband heißt, die in einer Schwebe zwischen An- und Abwesenheit pulsieren: »ich halte / meinen kopf in den frühherbstwind, das / ist denken«. Die neuen Gedichte von Rainer Stolz schließlich mischen einerseits Alltagswirklichkeiten auf und lassen andererseits Ahnungen aufflackern: eines noch nicht seienden Lebens, »wo ein stolpern ansteckt, wo die leiber / der begriffe bloßliegen«.

 

Ort und Zeit

 

Kleine Weltinventur – Lyrische Streifzüge mit Kenah Cusanit, Carsten Zimmermann und Rainer Stolz
Freitag, 3.März 2017
ab 19.30 Uhr im Neuen Salon
Brotfabrik Berlin
Caligariplatz 1, 13086 Berlin

Eintritt: 6,- / ermäßigt 4,- Euro