Anfang Februar 2018 gründeten die Weißenseer Uwe Scholz und Paul Rose die Initiative „Ja! Spielplatz“. Jetzt sollen gemeinsam mit Politik und Verwaltung Möglichkeiten gefunden werden, dem akuten Spielplatzmangel im Kiez abzuhelfen. Bereits im vergangenen Jahr berichtete extra3 über das Weißenseer Debakel: Anstatt marode Spielplätze zu erneuern, wird einfach ein neuer gebaut. Im Hinblick auf den kommenden Sommer und die vielen nachwachsenden Weißenseer ist die Gründung der Initiative nun ein erster Schritt. Das Frollein schnappte sich Initiator Uwe für ein kurzes Gespräch.

Was war dein Beweggrund für die Gründung von „Ja! Spielplatz!“?

Uwe: Das Thema und die Art, wie damit umgegangen wird, hat mich einfach wahnsinnig geärgert. Ich wollte raus aus der Resignation. Und die enorme Resonanz zeigt ja, das viele andere das auch wollen.Und generell gilt, dass linke Politik für mich zuallererst ein funktionierender Staat ist. Ein kaputter Staat schadet am meisten den Schwächeren, sprich normalverdienenden Familien mit Kindern. Dann ist „Partizipation“ und so alles nur noch Gequatsche. Und die Nörgelparteien freuen sich über Zulauf. Weißensee war in den Jahren zwischen 2008 und 2010 auf dem richtigen Weg. Da gab es Projekte wie die „Spielleitplanung“ und „Streifzüge“ mit Kindern und Jugendlichen, um passende und teilweise ganz einfache Lösungen zu finden. Aber dann wurde abrupt der Rückwärtsgang eingelegt.

Was sind jetzt eure dringendsten Forderungen?

Uwe: Die Kleinreparaturen wie Babyschaukel und Gehwegplatten an Tassoplatz und Otto-Brahm-Straße sollen sofort erledigt werden  und bis Ende Mai 2018 sollen die Zäune am Goldfischteich und am besten auch an der Plansche fallen. Die Flächen sollen wenigstens als Sandkasten zugänglich sein. Hier bietet wir zusammen mit dem Derag Livinghotel Weißensee konkretes Engagement an.

Spielplätze in Weißensee Berlin

Trotz bitterkalter Wetterlage beziehen die ersten Botschafter klare Stellung: Ja! Spielplatz! (Foto @Ja! Spielplatz“)

Und wie seid ihr auf den Namen der Initiative gekommen?

Uwe: „Ja! Spielplatz!!“ hat sich meine sechsjährige Tochter Clara ausgedacht. „Das rufen die Kinder, wenn die Eltern sagen: wir gehen auf den Spielplatz“, war ihre Erklärung.

Wie können Weißenseer euch unterstützen?

Uwe: Wer helfen kann und will kann an aufgabenkoordination@weissenseespiel.de schreiben, oder sich erstmal in unseren Verteiler eintragen. Wir suchen im Moment vor allem eine/n erfahrene/n Landschaftsplaner/in als Beratung unserer „Seite“ bei den Verhandlungen mit dem eher defensiven Grünflächenamt über die Zugänglichmachung des Spielplatzes am Goldfischteich. Die Unterstützung durch Unternehmen ist natürlich ebenfalls willkommen!

Das Frollein bleibt selbstverständlich am Thema dran, mehr Infos bekommt ihr auf der Webseite der Initiative weissenseespiel.de.