Heute stelle ich euch den Film „Magic Matterhorn“ vor, der im Rahmen des Festivals Film:Schweiz am 8. April ab 20 Uhr im Kino der Brotfabrik läuft.

Das Matterhorn ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Schweiz. Jährlich pilgern Touristen aus aller Welt in den Ort Zermatt, der mit etwas über 5000 Einwohnern recht beschaulich am Fuß des Berges liegt. Zermatt eignet sich bestens, um zu erklären, was das Wort „Heimat“ bedeutet. Hoch oben auf 1600 Metern stehen die alten Bauernhäuser, die Kirche läutet in den Tag und erklärt, wann es Zeit zum Schlafen gehen ist. Berge, Wiesen und Brauchtum machen die Alpenkulisse für Heimatromane aus, auf die die Besucher so abfahren.

Sind Heimatgefühle in einer globalisierten Welt noch möglich?

In ihrem essayistischen Dokumentarfilm nimmt uns Anka Schmid mit in diese Welt und fragt die Einheimischen, was für sie Heimat bedeutet. Aus dem Off erklärt die Regisseurin schon, dass jeder eine andere Definition davon hat und damit viele unbewusste Emotionen und Erfahrungen verbunden sind. Und doch würde man sagen, dass in den beschaulichen Städtchen der Schweiz das Heimatgefühl ganz besonders stark sein muss.

Es ist spannend, sich diesen Film anzuschauen, denn schnell stellt sich auch der Zuschauer die Frage: Was bedeutet Heimat für mich? Kann Berlin eine Heimat für Menschen sein, die doch fast alle „Zugezogene“ sind? Ist Berlin meine Heimat oder ist das immer der Ort, an dem man geboren wurde? Für die Zermatter ist klar, dass sie in ihren Ort gehören, auch wenn mit dem Tourismus und dem Immobilienboom Zermatt nicht mehr das ist, was es mal war (Der Film ist von 1995!!!). Die Identifikation mit der Gegenwart ist schwer, es bleiben aber die Erinnerungen an früher.

Die Biner Anna aus Zermatt

Eine ganz andere Perspektive macht der Schweizer Disneyland-Jodler auf, der in Kalifornieren geboren wurde, dessen Eltern aber aus der Schweiz kommen. Das Jodeln hat er sich über alte Schallplatten selbst beigebracht, in seinen ersten Lebensjahren sprach er mit seinen Eltern nur Schweizerdeutsch und konnte kaum englisch. Für ihn ist die Schweiz seine Heimat, obwohl er dort nie länger gelebt hat.

Vielleicht gibt ein Mädchen die Antwort, auf die Frage nach der Heimat. Sie stellt sich in „Magic Matterhorn“ als die Biner Anna vor. Ihr Papa ist der Biner Elmar und Mama ist die Biner Wally. Wichtig ist das, was uns zusammenhält, alles andere ist zweitrangig.

 

Magic Matterhorn von Anka Schmid, 1995, 85 min.
Regie: Anka Schmid, mit Auftritt von Geschwister Pfister
Fassung: Schweizerdeutsch mit deutschen Untertiteln, 35 mm

Der Film läuft auf dem Festival Film:Schweiz in der Brotfabrik am Caligariplatz: 8. April  ab 20 Uhr.

Das ganze Programm gibt es hier.

Fotonachweis: Still aus „Magic Matterhorn“.