Heute stelle ich euch den Film „Dar colur-mussar colur“ vor, der im Rahmen des Festivals Film:Schweiz am 5. April ab 21 Uhr im Kino der Brotfabrik läuft.

Das spannende an diesem Film ist zum einen die Sprache und zum anderen das Thema. In der Doku werden mittelalte und ältere Frauen dazu befragt, warum sie sich die Haare färben oder es sein lassen. Das ist ziemlich spannend, kommen da doch ganze Lebenswelten zum Vorschein. Während Männer irgendwann als Silberrücken durchgeht und charmante Vergleiche mit dem ergrauten George Clooney gemacht werden, sind ergraute Frauen eigentlich nicht existent.

Das Anti-Aging-Programm für Arme?

Wir sehen Sie höchstens mal in einer hochästhetischen Zahnpastawerbung für die Dritten, aber dort sind die Damen komplett grau und das Haar glänz. Das Ergrauen ist aber zumeist ein Prozess, Strähne für Strähne wird grauer oder schlohweiß. Graue Haare, das erklärt der Film, ist einer besten natürlichen Anzeichen für das Älterwerden. Nur das Männer alt und faltig werden können, Frauen aber denken, dass das nicht geht. Und wer sich das Lifting nicht leisten kann, der färbt. Somit ist das Haarefarben das Antiaging-Programm für Arme. Das Färben der Haare hat aber natürlich auch mit unserem Selbstbild zu tun und es gibt Frauen, die sich diesem Alterungsprozess ganz bewusst und schon fast mit Freude stellen. Spannend. Ob ich wohl irgendwann das Orange ablege und gefühlt ein Stück Identität abgebe?

Ein erstes Kennenlernen der rätoromanischen Sprache

Wie bereits gesagt, ist auch die Sprache in diesem mittellangen Film spannend. Er spielt in Graubünden, wo teilweise rätoromanisch gesprochen wird. Es hat seinen ganz eigenen Klang und ab zu und hat man das Gefühl, man könnte etwas verstehen, was halbwegs wie Schwytzerdütsch klingt.

Wenn ihr auch in de Klanggenuss kommen möchtet und über das Haarefärben philosophieren möchtet, dann seid heute Abend ab 21 Uhr in der Brotfabrik. Dort wird der Film im Rahmen des Festivals Film-Schweiz 2019 gezeigt. Die Regisseurin

Dar colur-mussar colur
von Menga Huonder-Jenny, 2017, 25 min.

5. April I 21 Uhr
2017, 25′
in Anwesenheit von Veronika Minder, Menga Huonder-Jenny

Der Film läuft auf dem Festival Film:Schweiz in der Brotfabrik am Caligariplatz: 8. April  ab 20 Uhr.

Das ganze Programm gibt es hier.

Fotonachweis: Stil aus Dar colur-mussar colur“.