Anfang des vergangenen Jahres trafen sich einige wenige Interessierte und nun gibt es eine kleine Initiative für „Stolpersteine in Weißensee“ i.G. Eines der ersten Projekte, an dem sie mitwirken konnte, ist die „Stolpersteineausstellung“, die vom 15. August 2019 bis 25. September in der Wolfdietrich Schnurre Bibliothek im Bildungszentrum am Antonplatz zu sehen ist. Außerdem gibt es ein Begleitpogramm.

Programm

15. August: Feierliche Eröffnung der Stolpersteine-Ausstellung in der Bibliothek mit Sören Benn, Bezirksbürgermeister Pankow

17:00 Uhr
Räume der Bibliothek
Bizetstraße 41, 13088 Berlin

„Stolpersteine“ ist ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, mit dem an Menschen erinnert wird, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Stolpersteine werden für Juden, Sinti und Roma, Menschen aus dem politischen oder religiös motivierten Widerstand, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Opfer der „Euthanasie”-Morde und für Menschen, die als vermeintlich „Asoziale” verfolgt wurden, verlegt.

Die Betonquader mit einer Kantenlänge von 10 cm werden in den Gehweg vor dem letzten frei gewählten Wohnort von Verfolgten des Nationalsozialismus eingelassen. Auf einer Messingplatte an der Oberseite sind der Name und das Schicksal des Menschen, an den erinnert wird, zu lesen. Seit mehr als 20 Jahren sind sie im Berliner Stadtbild verankert.

Die Ausstellung nimmt dies zum Anlass, die häufig nicht bekannten Grundlagen und vielfältigen Facetten dieses europäischen Kunst- und Erinnerungsprojekts vorzustellen. Die am Entstehungsprozess Beteiligten werden genauso wie die späteren Passanten als Teil dieser sozialen Skulptur betrachtet.

Mit der Ausstellung will die kleine Initiative „Stolpersteine in Weißensee“i G. informieren und werben, sich der Gruppe anzuschließen und das Gedenken an „Verschwundene Nachbarn in Weißensee“ aufrecht zu erhalten.

Zur Ausstellung gibt es in Weißensee ein Begleitprogramm, um sich intensiver mit der Thematik zu beschäftigen, einen Einblick zu bekommen und Interesse bei den heutigen Nachbarn in Weißensee zu wecken, sich ebenfalls zu engagieren. Alle Veranstaltungen sind in Kooperation zwischen den ersten Mitgliedern der Stolpersteingruppe, dem Büro für Bürgerbeteiligung Pankow, dem Bildungszentrum Pankow sowie zahlreichen weiteren Kooperationsakteuren in Weißensee entstanden. DANKE dafür!

16. August: „Fragt uns, wir sind die Letzten!“ Gespräch und Lesung mit Horst Selbiger aus seinem Buch „Verfolgt, verfemt, verraten“

18.00 Uhr
großer Saal im Bildungszentrum am Antonplatz, 13088 Berlin
Bizetstr. 27

Herr Selbinger, einer der letzten Überlebenden der Shoa, der 1928 in Berlin geboren wurde, Ehrenvorsitzender der Child Survivors Deutschland, hat als Neunzigjähriger seinen Lebensbericht vorgelegt, der sich unterscheidet von Berichten aus zweiter oder dritter Hand. Auszüge aus dem Buch und seinem Leben werden durch ihn selbst vorgetragen und die Möglichkeit sich aktiv zum Thema auszutauschen wird es geben.
Keine Kosten: Spenden möglich

28. August: Führung über den Jüdischen Friedhof

11.00 Uhr
Eingangstor zum Jüdischen Friedhof Herbert Baum Straße 45

Achtung: männliche Besucher benötigen unbedingt eine Kopfbedeckung und es sind ca. 3 Stunden einzuplanen

Führung über den jüdischen Friedhof in Weißensee, insbesondere unter dem Focus jüdischen Lebens in Weißensee und der Shoa, z.B. Mahnmal für die 6 Mio. Juden, Gedenkstele an den Urnengräbern von ermordeten Juden – siehe Foto-, ein Versteck auf dem Friedhof sowie viele interessante Ausführungen zu jüdischem Leben in Weißensee.
Bitte unbedingt anmelden!!!!!
Keine Kosten: Spenden für den Förderverein des jüdischen Friedhofs möglich

29. August: „Juden in Weißensee – eine Spurensuche“

17:00 Uhr
Räume der Bibliothek
Bizetstraße 41, 13088 Berlin

Frau Dr. Hübner gibt einen kurzen geschichtlichen Rückblick auf die vielfältige Geschichte von Juden in Weißensee als Kaufleute, Ärzte und aktive Gestalter und Gestalterinnen des Gemeindewesens. Das Verschwinden von jüdischen Nachbarn in der Zeit des 2. Weltkrieges wird dabei immer im Gespräch mit den heutigen alten und neuen Nachbarn in Weißensee Thema bleiben. Kostenfrei: Spenden möglich

3. September: Projektbeschreibung „Verschwundene Nachbarn: Jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen
im Umfeld der Theresienschule nach 1933“

19:00 Uhr
evangelische Kirchengemeinde
Mirbachplatz 2, 13086 Berlin

Frau Zech-Bußkamp (Lehrerin) und Frau Mechelke (ehemalige Schülerin des Theresien Gymnasiums- angefragt)
In einem Schulprojekt der Theresienschule unter dem Titel „Verschwundene Nachbarn“ wurden Einzelschicksale Weißenseer Juden in Archiven recherchiert und anschließend in einer Ausstellung im Themenjahr „Zerstörte Vielfalt“ 2013 vorgestellt. Später wurde daraus eine Broschüre gefertigt, um das gesammelte Wissen über Planung, Umsetzung, Kontakte mit Nachfahren, Hürden bei der Recherche, den Weg zum Stolperstein und eigene Erfahrungen für die Nachwelt fest zu halten. Junge Menschen geben so ihre persönlichen Erfahrungen weiter und geben den Interessierten Raum für Fragen.

5. September: „Singt ojf Jiddisch! – Jiddische Lieder & Geschichten“ mit Olaf Ruhl (Gitarre und Akkordeon)

18:30 Uhr
großer Saal im Bildungszentrum am Antonplatz
13088 Berlin
Bizetstr. 27

Ein buntes Programm mit mehr als 12 Liedern, ein paar Gedichten, einigen Anekdoten und Erklärungen, als eine unterhaltsame Einführung in die jiddische Musik, Sprache und Kultur.
Der evangelische Theologe, dessen Urgroßmutter Jüdin war, möchte die jüdische Tradition und Kultur weitergeben und Sie dem Publikum in 2 Stunden näherbringen.
Jüdische Lieder werden oft mit Trauer und Holocaust verbunden, der Abend kann eine neue Perspektive vermitteln, dass die Lieder auch fröhlich, witzig, keck, neckisch und nachdenklich sein können.
Kostenfrei: Spenden möglich

11. September: Treffen der Stolpersteingruppe Weißensee

18:00 Uhr
evangelische Kirchengemeinde
Mirbachplatz 2
13086 Berlin

Interessierte aus Weißensee treffen sich in der Kirchengemeinde Weißensee für einen RE/Neu- Start.
Alle Interessierten sowie Freunde von möglichen Interessierten der alten und neuen Nachbarschaft überlegen gemeinsam welche Schritte nötig werden, welche eigenen Möglichkeiten eingebracht werden können und wie viel Zeit eingebracht werden kann.
Gesucht werden alle interessierten Experten aus verschiedenen Lebensbereichen, z.B. Experten zum Thema Zeit, Geschichte, Werbung/Grafik, Recherche, Veranstaltungs- und Projektmanagement, Geld suchen und – Geld finden, Geschichte aufbereiten, neue Medien, und vieles mehr.
Vorbeikommen und neue Leute kennen lernen, die vielleicht ähnliche Ziele haben lohnt sich immer.
Später kommen, falls 18:00 Uhr zu früh ist, geht ebenfalls!


Kontaktmöglichkeiten sowie Anmeldungen für den jüdischen Friedhof und weitere Informationen sowie Organisation der Ausstellung sowie des Begleitprogramms über c/o der „Stolperstein Initiative Weißensee“

BA Pankow Sozialraumorientierte Planungskoordination – Büro für Bürgerbeteiligung Weißensee
Frau Münch
Breite Sraße 24 A – 26
13187 Berlin
jeanette.muench@ba-pankow.berlin.de oder 030 90295 2713 bzw. Handy- Tel: 0176 24 14 72 49